Finanzmärkte 2021: Solide Anlagestrategie zahlt sich aus

Finanzmärkte 2020
Covid-19 sorgte im letzten Jahr für teils extreme Kursschwankungen an den Börsen. Nach starken Kurseinbrüchen im Frühling konnten sich die Börsen gemessen an den wichtigsten Aktienindices bis Ende 2020 überraschend schnell erholen. Zu Beginn des neuen Jahres stand für die Anleger darum die Frage der Nachhaltigkeit dieser erfreulichen Entwicklung im Vordergrund.

Die Aktienmärkte starteten ganz ähnlich ins neue Jahr, wie sie das alte beendet hatten: mit viel Aufwärtsdrang. Weder die Mutationen von Covid-19, noch das Erreichen einer Mehrheit der Demokraten im US-Senat oder der Sturm auf das US-Capitol konnten den Märkten etwas anhaben. Ebenso blieb der relativ starke Zinsanstieg in den USA in den ersten Wochen wenig beachtet. Dieser Zinsanstieg widerspiegelte zum einen die Hoffnung der Marktakteure auf eine starke wirtschaftliche Erholung, zum anderen aber auch die Sorge über eine anziehende Inflation. Diese Kombination steigender Zinsen und wachsender Inflationssorgen schürte im Februar dann aber doch gewisse Ängste, sodass die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten kurzfristig etwas ins Stocken geriet.

Im März gewann der Aufwärtstrend wieder an Fahrt. Weiterhin galten insbesondere die monetäre Politik der Notenbanken und die fiskalpolitischen Massnahmen der Regierungen rund um den Globus als Hauptunterstützung der Aktienmärkte. Im April erreichten viele Aktienindizes dank solider Wirtschaftswachstumsperspektiven und steigender Gewinnschätzungen neue Höchststände. In der Folge fiel die Aktienmarktvolatilität wieder in den Bereich ihrer vorpandemischen Tiefststände.

Im Mai sorgten zunächst Äusserungen von US-Finanzministerin Janet Yellen für etwas Nervosität an den Märkten. Sie wies darauf hin, dass möglicherweise ein Zinsanstieg nötig sei, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern. Ebenso rückten Inflationsängste wieder in den Fokus. Befeuert wurden diese durch den höher als erwartet ausgefallenen Anstieg der Konsumentenpreise in den USA. So sprang der US-Verbraucherpreisindex CPI im Jahresvergleich um 4.2 % nach oben. Auch die Steigerung der Kerninflationsrate (ohne Lebensmittel und Energiepreise) fiel mit 3 % höher aus als von Analysten prognostiziert. All das führte dazu, dass die Aktienmärkte zu einer Konsolidierung ansetzten.

Die Befürchtungen der Anleger verflüchtigten sich aber ebenso schnell wie sie aufgetaucht waren. Es setzte sich die Meinung durch, dass die hohen Inflationswerte nur ein temporäres Phänomen sein würden. Entsprechend nahmen die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend wieder auf und markierten im Juni wiederholt neue Rekordhochs.

Ausblick

Wie bereits erwähnt, erreichten die Aktienmärkte im Juni wiederholt neue Rekordstände. Die Gefahr steigender Zinsen als Folge der hohen Inflationswerte wird als klein wahrgenommen. Sollte sich die Inflation entgegen der derzeitigen Marktmeinung aber als hartnäckiger erweisen, müssen die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs wohl straffer ausrichten.

Marktteilnehmer könnten sich in diesem Zusammenhang mit Schaudern an das Jahr 2013 zurückerinnern. Damals hatte die US-Notenbank erklärt, ihre Anleihenkäufe bald zurückfahren zu wollen. An den Märkten kam es in der Folge zu teilweise heftigen Reaktionen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sprang innert weniger Wochen von rund 2 % auf fast 3 %.

Das führte nicht nur an den Bondmärkten zu heftigen Verlusten, auch die Aktienmärkte tauchten. In den USA büsste der S&P-Index knapp 6 % ein, die wichtigsten Dividendenpapiere aus der Euro-Zone verloren gut 11 %.

Die Ruhe an den Börsen könnte also trügerisch sein. Rückschlagspotential ist reichlich vorhanden, viele Aktienindizes sind hoch bewertet und gelten charttechnisch als überkauft. Sollten sich die Inflationswerte entgegen der aktuell mehrheitlichen Meinung doch nachhaltiger nach oben entwickeln, könnte aus dem Korrekturpotential plötzlich eine tatsächliche Korrektur werden.

Vor diesem Hintergrund erachten wir es als richtig, ein gewisses Liquiditätspolster im Sinne einer strategischen Reserve zu halten. Damit kann kurzfristig auf grössere Kursschwankungen reagiert werden.

Ihre Ansprechperson: Andreas Hausheer

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