Risikomanagement

Die Lame Duck mit einem aktiven Chancenmanagement verscheuchen

Lame Duck
Was haben Natur, Politik und Wirtschaft gemeinsam? Überall gibt es lahme Enten – mal mehr, mal weniger, wenn auch mit unterschiedlichen Bedeutungen besetzt. Allen ist indes gemeinsam, dass sie potenziellen „Fressfeinden“ schneller zum Opfer fallen können. Sei es die lahmende Ente in freier Wildbahn oder das wirtschaftlich schlingernde Unternehmen samt Geschäftsführung. Mit Blick auf die Wirtschaftswelt zeigt sich beispielhaft, wie Firmen und ihr Top-Management schneller als gedacht zur sogenannten „Lame Duck“, also einer lahmen Ente werden können. Das hat Konsequenzen für die gesamte Organisation – gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Wie einschneidend eine lahme Ente für die eigene Organisation sein kann, zeigt sich bei einem Blick auf die Risikobandbreite für KMU. Diese fangen bei mangelnden Strategie- und Handlungsoptionen in Krisenzeiten an und hören bei fehlenden Nachfolgeregelungen für die eigene Organisation noch nicht auf. Ersteres ist spätestens seit der Corona-Pandemie bei vielen Führungsköpfen angekommen.

Mangelnde Nachfolgeregelung

Letzteres fristet vielfach noch ein Schattendasein, ist doch in einem KMU der Unternehmer die zentrale Figur, denn Gesellschaftsprozesse starten und enden bei ihm. Wird er durch einen Unfall oder eine Krankheit urteilsunfähig und wurde für diesen Fall nicht vorgesorgt, kann die Existenz des Betriebes gefährdet sein. Gleiches gilt bei der zentralen Frage, wer die Firma bei Pension und Ausscheiden des Unternehmers weiterführen soll. Somit besteht das Risiko einer lahmen Ente in Form eines teils führungslosen Unternehmens ohne klare Ausrichtung für die Zukunft und der notwendigen Vision, wie der Weg weitergehen soll. Das Schweizer KMU-Portal formuliert hierzu mit Bezug auf eine Studie "KMU Nachfolge - Quo Vadis?": "Die Nachfolgeregelung ist für kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz noch häufig ein Problem: Nahezu jedes dritte KMU verschwindet, weil es nicht gelingt, eine Person für die Übernahme zu finden (...)". In Zahlen ausgedrückt heisst das: "Rund 15% der Schweizer Unternehmen mit 1 bis 49 Beschäftigten sind von Problemen bei der Nachfolgeregelung betroffen. Dagegen ist diese Frage nur bei 7,8% der Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitenden ungelöst."

Weitsicht, Transparenz und Qualifikation
In Ermangelung einer gelebten Risiko- und Chancenmanagementkultur und damit fehlender Weitsicht in puncto Firmenweiterführung hapert es an einer solch wichtigen Schnittstelle oft an Transparenz, wie es im Unternehmen weitergehen soll. Ein Punkt, der auch für Banken bei der Kreditvergabe eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Das Schlüsselwort heisst "Bonität" und die ist oft eng mit dem KMU-Entscheider in Familienunternehmen verbunden. Von daher sollte die Nachfolgeregelung ein wichtiger Baustein im Risikomanagement einnehmen, um Überraschungen zu verhindern und die Liquiditätssicherung als wesentlicher Teil des Gesamtrisikomanagements im KMU verstanden werden.

Hinter allen Optionen stehen letztendlich Menschen, und die treffen täglich Entscheidungen. Damit es die richtigen sind, bedarf es eines auf die eigene Organisation und den Werten abgestimmten Vorgehens. Ein Umstand, den KMU-Führungskräfte verstehen müssen, um von einer Risiko- zur Chancensicht zu gelangen. Und das bedarf der notwendigen Qualifikation aller Mitarbeiter und bei Führungs-, Überwachungs- und Lenkungsaufgaben vor allem des Know-how der Entscheider. Denn stimmt zwar die Qualifikation, ist aber das Bewusstsein im unternehmerischen Kontext nicht vorhanden – und umgekehrt, gerät ein Organisationssystem schnell ins Ungleichgewicht. Von daher hängt viel von der jeweiligen Unternehmenskultur ab.

Vorbereitung und Widerstandsfähigkeit ausbauen

Das heisst, Werte und Vision müssen in einem passenden Handlungskodex eingebunden werden, der sich wiederum im Gesamt-Risikomanagement wiederfindet. Und das gilt es von der Geschäftsleitung vorzugeben und vor allem vorzuleben; es wird zu einem wichtigen Instrument in einer komplexen Welt voller Möglichkeiten, aber auch Überraschungen. Denn im Unternehmensalltag läuft nicht immer alles nach Plan. Somit ist es essenziell, dass Organisationen und deren Mitarbeitende darauf vorbereitet sind, existenzbedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen und die eigene Widerstandsfähigkeit auszubauen. Das macht ein professionell und zukunftsgerichtetes Risikomanagement in der Gesamtorganisation unerlässlich und erspart ganz nebenbei die lahme Ente im eigenen Haus. Oder anders formuliert: Die "Lame Duck" lässt sich verscheuchen – mit einem aktiven Chancenmanagement als Werttreiber für Unternehmen.

Wir von ARISCO begleiten Sie in diesem Prozess. Unser Anliegen ist es, mit Ihnen gemeinsam unternehmerische Risiken frühzeitig zu erkennen und Chancen zu wahren. Daher bieten wir ein umfassendes Risikomanagement als einen systemischen Prozess – von der fundierten Analyse über die persönliche Beratung bis zur individuellen Lösung. Hierzu gehört auch ein unternehmerischer Risiko-Dialog sowie ein dynamisches Risiko- und Chancenmanagement-Informationssystem.

Dass lahme Enten durchaus von gefrässigen Heuschrecken geschluckt werden und was dagegen hilft, das beschreiben wir Ihnen in unserem kommenden Beitrag. Also bleiben Sie uns treu und folgen uns weiter auf den Spuren der Tiere als Symbol im Wirtschaftsumfeld.

Quellen:

https://www.kmu.admin.ch/kmu/de/home/fakten-trends/zahlen-und-fakten%20/kmu-in-zahlen/nachfolgeregelungen.html

Ihre Ansprechperson:

Robert Ebel

Robert Ebel

Partner / Marktgebietsleiter / International Desk Manager

Executive MBA (UZH)

+41 41 545 68 70

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robert.ebel@arisco.ch

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