Diese Technologie- und Systemrisiken dominieren 2026: Was Geschäftsführer jetzt wissen sollten
Früher waren Risiken noch klar getrennt, heute zeigen sich jedoch starke Überschneidungen. Cyberangriffe können beispielsweise zu Lieferkettenproblemen führen. Regulatorische Neuerungen wirken sich direkt auf KI- und IT-Infrastrukturen aus. KI-Systeme können wiederum selbst Auslöser für neue Cyberrisiken sein. Die Grenzen verschwimmen, die Komplexität steigt.
1. Cyber-Vorfälle: Vom Ransomware-Angriff bis zum Datenleck
Cyber-Vorfälle sind mehr als ein „IT-Problem“, denn der eigentliche Schmerz entsteht in der Lieferkette: Systeme sind verschlüsselt und gesperrt, Kunden erhalten keine Antworten, Lieferungen verzögern sich.
Cyber Angriffe kommen meist über Dritte, etwa Dienstleister, Software-Updates oder geteilte Zugänge. Veraltetes oder nicht vorhandenes User Management sind dabei oft der Schwachpunkt: zu viele Admin-Rechte, alte Konten, schwache Mehrfaktor-Regeln, unklare Zuständigkeiten.
2. KI-Risiken: Zwischen Produktivitätsgewinn und Haftungsfalle
KI steht im Jahr 2026 auf vielen To‑do‑Listen – oft schneller, als Prozesse nachziehen können. Typische Stolpersteine sind fehlende Skills und eine zu schnelle Einführung ohne sauber durchdachte Integration. Zwei Risikofelder sind für Entscheidungsträger dabei zentral: Haftung (insbesondere Urheberrecht) und Fehlinformationen (falsche Inhalte, fehlerhafte Angebote). Neue KI‑Maschinen agieren zudem zunehmend selbstständig (agentische Systeme). Das spart zwar Zeit, erfordert jedoch ebenso klare Grenzen.
3. Betriebsunterbruch und Lieferkette: Ein Problem wandert schnell durch das ganze System
Betriebsunterbrüche entstehen nicht nur durch Elementarschäden. Häufig sind auch Logistikpartner oder Zulieferer betroffen – ein scheinbar kleiner Ausfall wird so zum Ketteneffekt, weil Abhängigkeiten nicht sauber dokumentiert sind.
Praktisch hilft: kritische Lieferanten und Touchpoints klassifizieren, Notfallkontakte festlegen, Ersatzprozesse definieren sowie Reaktivierungszeit schriftlich vereinbaren.
4. Neue Regeln und Pflichten: So wird aus Compliance ein echtes Geschäftsrisiko
2026 beeinflussen neue Regulierungen zu Daten, KI, Zöllen oder Nachhaltigkeit Projekte direkt. Das Risiko zeigt sich in Form von zusätzlichen Kosten, Verzögerungen, anspruchsvolleren Vertragsklauseln oder sogar verlorenem Marktzugang. Wer Governance früh klärt, beschleunigt Entscheidungen – statt sie zu blockieren.
Cybervorfälle, künstliche Intelligenz, Lieferkettenunterbrechungen und regulatorische Veränderungen - gemeinsam markieren sie eine neue Risikodynamik – unsichtbar und vernetzt.
Was heisst das für Geschäftsführer? – Drei strategische Empfehlungen
1. Komplexitätsresistenz aufbauen
Führungskräfte müssen nicht jedes Risiko isoliert managen – sie brauchen Systeme, die Wechselwirkungen erkennen und priorisieren. Szenarienplanung, Cross‑Risk‑Monitoring und smarte Frühwarnmechanismen schaffen Transparenz und erhöhen die organisatorische Robustheit.
2. KI und Cyber zusammendenken
KI‑Systeme dürfen nicht getrennt von der Cyberstrategie betrachtet werden. Ihre Sicherheit hängt direkt von stabilen Architekturen, klaren Governance‑Regeln und ethischen Leitplanken ab. Gleichzeitig steigen – wie in aktuellen Risikoanalysen sichtbar – die Abhängigkeiten und Angriffspunkte durch komplexere KI‑Ökosysteme.
3. Agil auf regulatorische Trends reagieren
Die Dynamik rund um ESG, AI Act, Lieferkettengesetze und Datenschutz nimmt weiter zu. Unternehmen benötigen verlässliche Frühindikatoren, feste Verantwortlichkeiten und flexible Prozesse, um frühzeitig zu reagieren – statt nur zu handeln, wenn es bereits zu spät ist. Auch internationale Risiko-Rankings zeigen, dass Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung 2026 zu den relevanten Unternehmensrisiken zählen.
Fazit: Neue Risiken brauchen neue Antworten
2026 zeigt sich Resilienz nicht daran, ob ein Unternehmen „keine Vorfälle“ hat – sondern daran, wie schnell es Wechselwirkungen erkennt und handlungsfähig bleibt. Wer Verantwortlichkeiten klar definiert, Abhängigkeiten transparent macht und Mindeststandards regelmässig überprüft, senkt nicht nur Risiken, sondern schafft die Stabilität, auf der Wachstum erst möglich wird.
In den nachfolgenden Fachbeiträgen vertiefen wir die relevanten Risiken und zeigen konkrete Massnahmen, die sich rasch umsetzen lassen.
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